Regie

Renato Cavoli, Regisseur

 

Madeleine Rickenbacher, Regieassistenin (links)

Karin Zulliger, Regieassistentin (rechts)

 

Die Inszenierung 2020

Gewiss, mein Name hat, wie man hört und liest, keinen Oberaargauer Bezug und keinen Berner Stallgeruch. Aber was will ich lange herumreden? Ich bin ein Luzerner… mit Berner «Schlagseite». Letzteres seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Dank der Emmentaler Liebhaberbühne und ihren Theateraufführungen, die ich fast alle lückenlos besuchte und die mich mit dem unheilbaren Theatervirus erst so richtig infiszierten. Und nicht zu vergessen meine literarischen Vorlieben für zwei grosse Emmentaler Volksschriftsteller, Jeremias Gotthelf und Simon Gfeller.

Doch das, plus fast 30 Jahre Regietätigkeit bei und mit Laientheatern, reicht nicht aus, um meinen «Job» beim Linksmähder zu legitimieren. Meine «geistige Nähe» zum Bernbiet und meine Freundschaft zu Madlen Mathys aus Rütschelen, welche den «Linksmähder» 2000 und 2010 inszenierte, sind meine virtuellen Bewerbungsschreiben für die Regietätigkeit in «Madis» 2020. Und natürlich meine autorenmässige Arbeit bei einigen grossen «Berner Produktionen» unter der Regie von Madlen Mathys.

Ja, ich habe diese zwei Inszenierungen 2000 und 2010 gesehen und kehrte zweimal reich beschenkt, mit einer Vielzahl an starken Bildern, an grossen Emotionen und erlebter Spielfreude, wieder nach Hause zurück. Und jetzt also bin ich, zusammen mit meinen Assistentinnen Madeleine Rickenbacher-Mathys und Karin Zulliger, regiemässig an der Reihe. Ich freue mich sehr auf die Umsetzung dieser berührenden Sage, freue mich auf Vreneli und Ueli, die zwei jungen Protagonisten der Geschichte, auf Landvogt Willading, Pfarrer Henzi, die Gundelfingers, die Bauern, auf das einfache Volk und das Gefolge der Schlossherren… Kurz, es ist eine grosse Herausforderung, diese Geschichte in der Zeitspanne zwischen 1642 bis 1653, so stark, so einprägsam wie immer möglich, umzusetzen. Der Bauernkrieg, der Kampf gegen die selbstherrliche Obrigkeit, der Aufbruch zu mehr Demokratie, zu einem «gerechteren Leben», das bildet die Grundlage dieser Sage. Und auch hier: Es sind die Menschen, welche diese Geschichte «schreiben». Ihnen gilt unsere volle Aufmerksamkeit auch bei der Inszenierung 2020. Den Frauen und Männern, den Mädchen und Buben, welche für eine Zeit lang in eine andere, ihnen fremde Haut schlüpfen.

Es ist mein Ziel, dass die «Linksmähder»-Geschichte erneut aufrüttelt, packt, betroffen macht, aber vor allem auch Spass bereitet. Damit am Ende alle so reich beschenkt den Heimweg antreten, wie ich seinerzeit. Und mit Sicherheit auch diesmal.

Renato Cavoli, Regisseur